…oder wie man ein verlorenes Kindergartenjahr in nur drei Stunden nachholt.
Ihr kennt noch diese komischen Foto-Love-Storys aus der Bravo? Ja? Genau so etwas erwartet euch jetzt. Nur ohne Love. Bissl Verlust ist immer drin.
Ich bin grad sowas von handarbeitslustig, dass es mir fast selbst Angst macht. Also bin ich losgerannt, um neues Material zu besorgen. Hier auf dem Land geht man dazu nicht in ein Bastelgeschäft. Nein. Das wäre ja viel zu einfach. Hier zieht man durch Baumärkte und Dekowarenläden, bis man dann letztendlich im Spielwarengeschäft landet und da doch tatsächlich das gute, alte Fimo bekommt. Ich hatte locker seit 10 Jahren weder Knete noch Fimo in der Hand - bis gestern.

Tja, da lag er nun. Der Berg Fimo. Mein Schatz. Mein Mittel zum Zweck. Verführerisch, nicht wahr? Aaaaber, wir sind ja keine Kinder mehr. Neee, heutzutage will so ein Bastelabend gut vorbereitet sein. Also schnell die Kruschkiste vom Dach holen und erst einmal alles Notwendige, Unnotwendige, Schöne und vor allem Inspirierende zusammensuchen.

Kurz noch bemerkt, dass der nächste Hobbyabend definitiv der Verbesserung meiner Fotokünste dienen sollte und dann schnell alles aufgelegt.

Olé, olé. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was da in Franken am Abend um kurz vor 9 los war. Vorfreude schlimmer als an Weihnachten. Also zackig aufgerissen und losgelegt.

Da sind auch schon die ersten “Boller”. Weil weiß irgendwie so friedlich ist, war es eine gute Entscheidung, damit anzufangen. Errät schon jemand, was es werden soll? So vielleicht?

Nein? Naja, nicht so schlimm. Zu dem Zeitpunkt war ich mir selbst noch nicht so sicher, ob das überhaupt was wird. Aber weil weiß auf Dauer ja bißchen langweilig ist, zack ein leuchtendes Rot dazu.

Jetzt vielleicht? Also ich finde ja, dass das schon ziemlich gut aussieht. Für nen ersten Versuch zumindest. So ganz nebenbei hab ich auch herausgefunden, warum immer behauptet wird, dass die Farbe Rot aggressiv macht. Na klaaaar, weil nimmer von den Fingern geht.

Zum Glück hatte ich keine Zeit mich weiter zu ärgern. Flupps, waren die ersten Figürchen fertig. Naaaaa? Ist an mir vielleicht ein Modelliermeister verloren gegangen? Nicht? Auch gut. Ich war jedenfalls ganz guter Dinge…

Weil ihr jetzt ohnehin schon alle wisst, was das werden sollte, kann ich die 500 Fotos, auf denen ihr sehen könntet, wie man tausende von kleinen weißen Kügelchen formt, ersparen. Also gleich los zum Aufspießen. Ja, die Dinger brauchten für meinen Zweck nen Hohlraum oder wie man das nennen mag. Also Zahnstocher durchschieben (wobei sich die Figur gern mal wieder bißchen verformt) und ab aufs Luxus-Brat-Töpfchen Ikea-Eimerchen.

Die zerknautschten Pilze mussten wieder bißchen nachpoliert werden und so sahen sie dann aus, als sie bereit für den großen Schritt waren.

Also ab in den Ofen.

Hä? Man sieht ja kaum was. Also mal bissl näher ran…

Warum ich da Backpapier druntergelegt habe? Na weil ich gern unlogisch denke und Papier verschwende. Ich könnte auch behaupten, es hätte hygienische Gründe gehabt. Klingt immer gut. Wär aber gelogen.
Während meine giftigen Teilchen im Backofen brutzelten (das dauert doch tatsächlich ne halbe Stunde), konnte ich mich schon mal über die Perlen machen. Und weil ich ja (was Frauen ja irgendwie ausmacht) auch lernfähig bin, hab ich mir im zweiten Teil das Nachpolieren erspart und die Perlenmonster gleich auf Zahnstocher gedrückt.

Warum ich die Perlen nicht gleichzeitig mit den Pilzen gebrannt habe? Na ihr könnt Fragen stellen. Habt ihr etwa mehr als drei dieser häßlichen Ikea-Eimerchen zu Hause? Aber so ne halbe Stunde ist nicht lange, wenn Wurstfinger mit filigranen Fimoperlen kämpfen. Und zack, der Ofen piept (ja, das tut unserer wirklich) und ich darf die ersten gebrannten Fliegenpilze bewundern. Juhuuuu. Dafür verbrennt man sich doch gern mal die Finger. Wer konnte schon ahnen, dass die tatsächlich heiß sind?

Die Zeit rannte und deshalb mussten die Perlen schnelllllllstens in den Ofen.

Wieder ne halbe Stunde warten. Aber die vergeht ja fast wie im Flug, wenn man mit dem Liebsten telefoniert. Und zack di hepp waren auch die Monsterperlen fertig. Da lagen nun alle Teilchen so fertig vor mir. Erste Risse konnte ich schon erahnen. Ne, anfassen wollte ich sie eigentlich nicht wirklich.

Aaaaber ich hatte ja ein Ziel. Also her mit dem Draht (mit dem man sich übrigens super pieksen kann) und schnell die Perlen drauf.

Oben und unten hab ich sogenannte Quetschperlen aufgefädelt. Nur quetschen liesen sich die leider gar nicht. Aber kaum geht man da 4, 5x mit dem Draht durch, können die ohnehin nicht mehr von der Stelle.
Und da kommt es nun. Das Endergebnis. Meine ersten, eigenen, handgefertigen, selbstgemachten, unglaublichen Fliegenpilzanhänger. Wo man die so anhängen kann? Hm, an Schlüssel zum Beispiel. Dacht ich. Irgendwie hab ich mit diesen Rissen so ein ungutes Gefühl. Aber vielleicht häng ich mir die Teile auch einfach neben die Uhr. Jedes Mal wenn ich drauf schaue und denke, ich hätte Stress, dann werde ich mich dran erinnern, dass ich so viel Zeit habe, dass ich doch glatt 3 Stunden für ein paar bröselige Fliegenpilzanhänger geopfert habe. Und Spaß hats gemacht.


Aha, immerhin hat es Spaß gemacht! Denn ich hatte mich die ganze Zeit beim runterscrollen schon gefragt: Warum macht die das?
Warum macht die das? Na sowas fragt man sich besser gar nicht. Vor allem nicht jemanden, der blogt und podcastet, oder?
Also das habe ich ja auch noch nicht gekannt lool.
Naja ist ja ein schöner ausgleich zum Hausbau. Bei dem Zeug hier kann man wenigstens noch alles selber machen
Und ist dir wirklich gelungen *schleim
Hallo Kathrin,
endlich komme ich dazu Deine Werke anzuschauen! Die sind ja ganz putzig geworden! Bist schon ein Profi im Fimokneten, wenn man bedenkt, dass Du es in Kinderjahren nicht geübt hast! Sehr süß!
Liebe Grüße, Kata